Wunder im Alltag


Wunder.....Gibt es sie wirklich?

Wie sehen sie aus?

Wo finde ich sie?

Wunder gibt es in vieler Hinsicht, vom kleinen bis zum grossen Wunder. Aber wie erkenne ich das Wunder, wie sieht es aus?

Können wir das Wunder in der Hektik des Alltages überhaupt noch wahrnehmen? Oder braucht es dafür Ruhe, müssen wir dafür einen Gang zurückschalten?

Ich möchte Euch hier von meinen Wundern erzählen. Das heisst: ich nehme sie als meine Wunder wahr.

Manchmal mache ich mich auf den Weg, mit meiner wunderschönen Schamanentrommel, um für Mutter Erde zu trommeln. Ich trommle in verschiedenster Weise, je nachdem welche Wesenheit gerade betrommelt werden möchte. Das können Drachen, Himmelsrichtungen usw. sein. Eines Tages hatte ich den Impuls ganz leise und sanft zu spielen. Ich bemerkte zwei Schmetterlingspaare, die in meiner Nähe waren. Sie haben sich genau nach meinem Rythmus und meiner lautstärke der Trommel bewegt. Es war ein wunderschönes Schauspiel, ihnen zuzusehen wie sie sich mit meiner Trommel bewegt haben. Mit offenem Herzen habe ich dieses Wunder wahrgenommen.

 

Oft spaziere ich an der Aare entlang. Das heisst: es war ziemlich lange die einzige Möglichkeit, mich überhaupt noch fortzubewegen, da meine Hüfte deformiert war. Ich wurde sozusagen gezwungen, einige Gänge tiefer zu schalten. Immer waren da ¨natürlich¨ die Schwäne und Enten und viele andere Tiere. Aber die Schwäne hatten es mir angetan. Ich habe mich viel mit ihnen unterhalten und manchmal

habe ich auch eine Botschaft für mich bekommen.

Wenn ich früh am Morgen an der Aare war, haben sich die Schwäne geputzt,

oder sie schliefen noch.

Ich stellte fest, dass sie beim putzen kleine flauschige Federchen auszupften und die schwammen dann auf dem Wasser. In so einem Gespräch mit den Schwänen sagte ich ihnen, dass ich mich über eine schöne grosse Feder von ihnen sehr freuen würde.

Zwei oder drei Tage später war ich wieder da und ich staunte nicht schlecht, als ich da grosse weisse Federn auf dem Wasser sah. Einige waren so nahe am Ufer, dass ich sie mit meinen Wanderstöcken herausfischen konnte. An einem Tag konnte ich etwa sieben Federn aus dem Wasser nehmen. Fünf davon nahm ich nach Hause und bei den andern hatte ich das Gefühl, dass ich sie am Wegesrand für jemanden hinlegen musste. Einige Tage später fand ich wieder drei Federn. Eine davon war mit beige durchzogen und ich glaube zu wissen, dass diese Feder von einem jungen Schwan war. Eine Frau, die mit ihrem Hund unterwegs war, habe ich gefragt, ob sie freude an diesen Federn hätte. Sie hat mir geantwortet, dass ihre Tochter sich sehr darüber freuen würde, also habe ich sie ihr gegeben,

denn ich wusste, dass sie nicht für mich waren.

Kürzlich war ich nach meiner Huft Operation zum erstenmal wieder an der Aare. Ich freue mich immer, wenn Schwäne da sind. Auch bleibe ich immer stehen und spreche mit ihnen.

Als ich nun an die Aare kam, waren zwei Schwäne, so etwa ein drittel von der Aare vom Ufer entfernt, Richtung Emme unterwegs. In meinem Herzen war eine riesen Freude als ich sie sah. Sofort habe ich in Gedanken mit ihnen angefangen zu Kommuniziern,

ich habe ihnen meine Freude über diese Begegnung, mitgeteilt.

Daraufhin geschah folgendes:

Die beiden Schwäne haben eine viertel Drehung gemacht und sind ganz nahe ans Ufer gekommen. Einer dieser Schwäne hat dann auch mit mir kommuniziert, er hat auf jedenfall ganz spezielle Geräusche von sich gegeben. Und manchmal frage ich mich, ob es immer der gleich ist, der mit mir spricht. Auch haben sie mich ein Stück des Weges begleitet ganz nah am Ufer entlang. Übrigens bin ich Richtung Solothurn gelaufen. Und weil sie so wunderschön und Majestätisch aussehen, wenn sie ihre Flügel hochstellen, habe ich sie gebeten, dies für mich zu tun und tatsächlich haben beide ihre Flügel hochgestellt.

Mein Herz ist fast überquollen vor Freude. Es war für mich eine absolute Ehre, dass sie dies für mich getan haben. Was für wunderbare Wesen. Nach einiger Zeit habe ich mich von ihnen dankend verabschiedet. Sie sind dannn weiter Richtung Emme gezogen und noch einige Zeit hörte ich den Schwan mit seinen ganz speziellen tönen.

Ein Stück weiter oben dachte ich bei mir, dass ich in diesen drei Jahren in denen ich hier wohne, noch kein einziges Eichhörnchen gesehen habe und ich bedauerte dies sehr. Es dauerte nicht lange und ich hörte so ein ¨kafeln¨. Ich habe mich umgeschaut und siehe da, da sass ein Eichhörnchen in braun auf einem Ast und schälte mit seinen scharfen Zähnchen eine Eichel. Ich habe ihm lange zugesehen und einige Leute sind vorbeigegangen. Ausser einer Joggerin hat niemand geschaut, was ich denn da beobachten würde. Ich habe mich auf jedenfall riesig gefreut über diese Begegnung. Auch sah ich, wie es eine neue Eichel pflückte, wie es von Ast zu Ast auf einen andern Baum sprang, dann hat es mich nochmals angeschaut, als wollte es sagen, so ich geh jetzt weiter. Es ist den Baumstamm runtergeklettert und im Dickicht verschwunden.

Es war so schön, diese kleinen, oder grossen Wunder?, zu erleben.

Ich glaube, dass man die Wunder nur mit offenem Herzen, frei von Stress und der Hektik, in der Achtsamkeit und Aufmerksamkeit des Momentes, wahrnehmen kann. Vieles wird als selbstverständlich Wahrgenommen. Bewusst die Wunder erleben, erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit, aber auch mit Demut und Liebe gegenüber dieser Lebewesen.

Es ist mir eine Ehre, mit Euch diese Wunder teilen zu dürfen.